Archiv der Kategorie: Mirakel

Mirakel der Woche: public viewing

Was war das denn wieder für eine Geschichte? Wir waren eigentlich schon ganz müde und lagen selig im Körbchen. Es wurde ja eigentlich auch schon dunkel, da machten sich unsere Menschen  noch einmal auf den Weg. Erst einmal zogen sie alle Pullis an, die sie im Schrank finden konnten, schnappten sich dicke Decken, klemmten sich Stühle unter den Arm und leinten uns noch einmal an. Da schien es doich noch eine kleine Attraktion für uns zu geben, oder? Spiel und Spaß am späten Abend? Gespannt und ein bisschen aufgeregt tänzelten wir neben unseren Menschen her – und was sahen wir?

Viele Menschen saßen da eng zusammen unter einem Dach und um solche großen Pilze mit warmer Luft herum und alle starrten – auf einen großen Fernseher! Oh je, oh je, es deutete sich ein Fußballspiel an, also stundenlange Langeweile, ewiges Liegen im feuchten Gras, Blick auf Stuhl- und Menschenbeine! Das einzig spannende waren die Kinder, die hinter uns auf der Wiese mit einem Ball spielten. Ich habe so gebettelt, zu laut, meinten meine Menschen, zu viel Geheule, aber ich durfte nicht mit spielen.  Also weiter langweilen.

Zwischendurch sprangen einige Menschen auf und grölten, wie wir es nie dürfen, dann sprangen andere Menschen auf und grölten, zwischendurch habe ich Beschimpfungen des Schiedsrichters gehört (ich habe mir die Ausdrücke lieber gar nicht gemerkt, die wären nicht mal was für eine Kolumne „miese Wörter“) oder von Spielern, die sich furchtbar weh getan haben und mit schmerzerfüllten Gesicht auf dem Rasen rollten. Dann grölten noch einmal die mit den rot-weißen Schals, einer hatte sogar eine Fahne mitgebracht, und dann konnten wir endlich nach Hause und in unsere Körbchen gehen. Unsere Menschen haben noch ein bisschen gemeckert, über Fouls glaube ich, aber dann haben sie auch endlich Ruhe gegeben und sind eingeschlafen.

So ein Mirakel brauchen wir erst einmal nicht mehr. Bitte liebe Menschen: selber mit dem Ball spielen ist dich tausendmal besser, als das im Fernsehen zu sehen!

Mirakel der Woche: Hunde in der Kirche

Heute war wieder so ein Tag, an dem mich Frauchen bei Opa und Oma stationierte, um irgendwas ohne mich zu machen. Toll, ne? Es handelte sich um etwas, was Konfirmation heißt. Was das genau ist, weiß ich nicht; interessiert mich auch nicht. Aber das, was mich morgens interessiert hat, war, dass ich nicht mitdurfte…

Opa und Oma haben mir den Tag so angenehm, wie möglich gemacht und eigentlich liebe ich es auch, bei ihnen im Garten zu liegen und mit ihnen spazieren zu gehen. Und so verging das Warten auch schnell…

Aber als Frauchen mich abholte und mir dann erzählte, dass sie mich nächstes Mal mitnimmt, war ich doch sehr erstaunt:
die Konfirmation findet in einem großen Haus statt, das Kirche genannt wird. Was die Menschen da genau machen, weiß ich nicht; aber das ist ein Haus, in dem Menschen irgendwas tun und Hunde nicht. Als Frauchen sich in der letzten Reihe  niederließ, saß neben ihr ein Mann, der einen Hund auf dem Arm hatte: einen weißen Havaneser. Der Hund muss sehr artig gewesen sein, rollte sich auf dem Schoß des Mannes zusammen und schlief. Aber zwischendurch schnuffelte er an Frauchen herum, um meinen Geruch in sich aufzusaugen, sprang vom Schoß, schüttelte sich und rannte an seiner Familie vorbei, um zu checken, ob noch alle da sind. Mehrmals mußte sein Herrchen den Hund wieder auf den Arm nehmen, seine Schnauze zuhalten und sich umdrehen,  damit der Havaneser nicht einen rausgehenden Yorshire-Terrier sehen konnte. Und dann kam der Yorkshire wieder rein, das gleiche nochmal und so weiter und so fort… Frauchen hörte andauernd das Klimpern der Hundemarken, wenn der Terrier sich in der andern Kirchenecke schüttelte… Was für ein Tohuwabohu veranstaltet von Kreaturen, die eigentlich nicht hierher gehören.
Frauchen hatte aber viel Spaß. Beim nächsten Mal darf ich mit, juhu. Ich werde auch brav sein; es könnte höchstens Schwierigkeiten geben, wenn…
1. mir einer auf den heiligen Schweif tritt
2. die Leute anfangen zu lachen oder ganz schlimm…
3. geklatscht wird…

Aber dann würde ich nur meine schöne Stimme erheben und singen und das tut man doch in Kirchen, oder????

Mirakel der Woche: Monkey Walking

Ab und zu surfe ich ja mit meinem Menschen im Internet und wir lesen gemeinsam Blogs. Manche sind für mich eher langweilig, manche sind aber auch ganz spannend, z.B. , wenn sie von Hunden geschrieben werden. Und da gibt es doch Bruce, der auch so gerne spazieren geht wie wir, mit Stöckchen spielt, im Wasser herumplanscht und – notgedrungen – auch schon mal fürs Foto posiert. Ich glaube, das mag er genauso wenig wie ich.

Nun, letztens berichtete er wieder voller Freude von einem wunderbaren Ausflug und zeigte auch eine Menge Fotos seiner vielen Aktivitäten. Und dann kam ein Foto, auf dem er sehr unvorteilhaft zu sehen war, weil er merkwürdig und wenig souverän über eine Holzbrücke schlich (hier ist das Foto). Und dann nannten seine Mneschen das auch noch: monkey walking! Und mein Mensch lachte sich kaputt, zeigte auf mich und rief begeistert „So gehst Du ja auch über Holzbrücken!“ Sie suchte direkt nach Fotos, fand aber zum Glück kein wirkliches monkey walking Bild, sondern nur dieses, auf dem Felix und ich etwas unglücklich auf die zu überquerende Holzbrücke schauen. Wir sind übrigens rübergegangen, auch wenn man durch die einzelnen leisten bedenklich in die Tiefe schauen kann und die brücke auch noch ganz unangeehm zu schwanken geginnt, wenn man ein paar Schritte darauf gemacht hat. Ich klettere ja lieber ganze Felswände hoch, als über so eine unsichere Brücke zu gehen!

Bruce wundert sich ja auch über die Worte der Menschen, und ich weiß auch wirklich nicht, was so lustig daran sein soll am monkey walking…? Und woher kommt diese merkwürdige Wortkreation überhaupt? Und was soll unser Gehen mit einem Affen zu tun haben? Und was ist das überhaupt für eine Art, uns mutige und stolze Hunde mit einem Affen zu vergleichen?

Mirakel der Woche: Gerede über den Frühling

Mich wundert schon seit Tagen, ach was: seit Wochen, dass die Menschen zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten davon reden, dass doch nun endlich der Frühling kommen soll. Ich weiß überhaupt nicht, was sie gegen den Winter haben, schließlich hat der doch viele, viele Vorteile. Ich möchte hier nun also ein Plädoyer halten für den Winter und dies mit 8 Argumenten unterstützen:

  1. Wir Hunde sind immer passend angezogen, brauchen uns morgens, wenn wir aus unseren Körbchen aufstehen, nur einmal zu schütteln und schon können wir ins schönste Schneegestöber hinausgehen und Flocken fangen. Menschen dagegen brauchen Stunden, bis sie sich in ihre Kleidung verpackt haben, draußen kann man sie nur noch am Geruch und an den sie begleitenden Hunden erkennen, so verkleidet sind sie.
  2. Wenn es ordentlich kalt ist, können wir viel länger spielen, ohne ins Schwitzen zu geraten. Mir graut schon vor der Hitze im Sommer, wenn weder Ballspielen noch Buddeln Spaß machen, weil wir nur hecheln müssen.
  3. Buddeln und Wälzen machen (außer natürlich im Kuhmist) erst im Schnee so richtig Spaß. Was für eine Freude, wenn man mit den Pfoten die erste  zarte Eissschicht über dem Maulwüurfhügel entfernt und dann an die weiche wohlriechende Erde kommt, die dann wegschaufelt und der Maulwurffamilie in die Wohnstube schauen kann. Und nach getaner Arbeit können wir uns noch im Schneebett abkühlen und uns heftig darin herumwälzen. Im Sommer geht das ja gar nicht. Da müssen wir schon auf einen extra hohen Berg klettern, damit wir noch einen Fitzel Schnee mitbekommen.
  4. Wenn Schnee und Eis im Wald herumliegen, haben wir immer etwas zu trinken dabei und die Menschen müssen nicht extra Wasserflaschen mit sich herumschleppen. Hat doch für Menschen auch nur Vorteil, das kalte Wetter.
  5. Im Winter, wenn Schnee liegt und/oder es ordentlich knackig kalt ist, brauchen wir gar nicht in die dämliche Dusche, denn wir sind dann höchstens ein bisschen nass und schon gar nicht schlammig. Dann könnenwir entweder direkt in unsere Körbchen sinken – bzw. ich auf meinen philosophischen Schwingsessel – oder uns über unser Essen hermachen – und dann ins Körbchen sinken.
  6. Wir können auch im Winter schwimmen gehen. Es stimmt ja gar nicht, dass wir unter 10 Grad Außentemperatur eine Lungenentzündung bekommen. Und wenn der arme Felix nicht immer so super kurze Haare geschnitten bekäme, würde der arme Kerl auch nicht so schnattern vom Schwimmen.
  7. Im Winter macht es viel mehr Spaß, im Schwingsessel zu liegen und sich durch die Fensterscheibe von der Sonne bescheinen zu lassen. Die Wärme tut so gut bei den vielen verspannten Muskeln, herrlich. Das geht natürlich im Sommer überhaupt nicht, da wird man hinter der Glasscheibe höchstens gegrillt. Und wer will das schon?
  8. Wie wir ständig von Ruppert lesen, kann man auch im Winter Eis essen. Wir wollen sofort ein Vanilleeis. Warum wird uns das vorenthalten? Quatsch, kalter Bauch! Wir legen uns einfach ins Warme, dann wird uns sofort wieder warm.

Also, es gibt überhaupt kein Argument für den Frühling. Liebe Menschen: quatscht keine Opern und kommt mir raus!

Mirakel der Woche: Kameras für Tiere

Beim Surfen bin  ich auf einen tollen Artikel über Mr Lee gestoßen. Mr Lee ist ein Kater, und da ich ja auch mit der merkwürdigen Spezies der Katzen zusammen wohne, hat mich der Artikel sehr interessiert. Dort wurde nämlich darüber berichtet, dass die Menschen von Mr  Lee sich sehr wunderten, wo er sich tags und nachts so herumtreibt. Dieses Wundern konnte ich sofort verstehen, denn ich frage mich auch schon seit langem, warum unser Kater Oscar immer ausgerechnet abends, wenn es stockdunkel und eiskalt ist, noch herausgehen möchte und meistens auch erst wiederkommt, wenn wir morgens zu unserer ersten Spazierrunde starten. Wie kann man die Nacht nur draußen verbringen, man sieht nichts und es ist auch gar nichts los, statt gemütlich im Körbchen zu schlafen? Die Menschen von Mr Lee wunderten sich eben auch und so ersann das Herrchen eine Kamera, die Mr Lee nun an einem Halsband mit sich herumträgt. Zuerst machte die Kamera nur Fotos, aber mittlerweile gibt es auch Filme zu sehen. Schaut Euch das mal an! Interessant ist es ja schon, was Katzen so treiben, und gar nicht so unähnlich wie das, was wir gerne machen: Sie treffen sich nämlich an bestimmten Orten (bilden also ein Rudel!) und wenn sie eine andere Katze nicht leiden können, gibts Ärger (das gibts bei uns ja auch).
Und dann fiel mir ein, dass Ruppert doch auch so eine Kamera hat. Hm, warum gibts über ihn keinen Artikel bei derZEIT? Warum ist seine Homepage nicht in aller Munde und in allen möglichen internationalen Zeitungen? Warum hat er noch keinen Preis bekommen aus dem er Shrimps essen kann?
Jetzt kündigt Ruppert an, dass wir auch so eine Kamera kriegen sollen. Da weiß ich noch gar nicht, ob ich das so gut fiunde. Denn dann können die Menschen ja sehen, was ich im Wald so alles zu essen finde… 🙂
Ich glaube, ich finde die Kamera für Katzen doch besser als für Hunde. Wir Hunde brauchen doch auch mal ein bisschen Privatspäre, oder?

 

Das Mirakel der Woche: Karneval für Hunde

Heute, beim Morgen-Spaziergang, habe ich wieder die Menschen belauscht (das ist eine Leidenschaft von mir, meistens schleiche ich mich von hinten an und gehe eine ganze Zeit zwischen ihnen bis sie entdecken, dass ich ihnen zuhöre :-)). Sie sprachen vom Karneval und ob sie dies Ereignis gut finden oder nicht.

Zuhause habe ich ein wenig recherchiert über Karneval und über Hunde und Karneval – und ich muss sagen: ich bin jetzt noch entsetzt! Organisieren die Menschen in Rio doch extra Umzügen für sich und ihre Hunde und sie verkleiden die Hunde auch noch! Das ist ja wohl das allerletzte! Passt auf, wenn ihr die Bilder anschaut, dass Euch nicht schlecht wird, z.B. hier oder hier.

Auch wenn ich nun schon eine ganze Weile darüber nachdenke, mir fällt absolut keine Idee ein, was daran toll sein soll für die Hunde. Sie haben bestimmt keine Lust da zu sein, wo so viele Menschen und andere Hunde sind und wo jede Menge Krach ist. Und sie haben bestimmt schon überhaupt keine Lust auf Kostüme, die es ihnen noch wärmen machen, sie vielleicht sogar einengen und auf jeden Fall verhindern, dass Hund mit Hund kommunizieren kann.

Menschen sind schon mal ziemlich wunderlich, ein echtes Mirakel. Do lob ich mir doch einen schönen langen Spaziergang im Schnee, bei dem wir so richtig Hund sein können!!!