Liebster Award – Linus beantwortet Lotta-Filipas 11 Fragen

Ruhr_8In der letzten Woche hat Lotta-Filipa uns ja für den „Liebster Award“ nominiert. Das geht ja so, dass hund 11 Fragen beantworten, sich neue 11 Fragen ausdenken und die an andere bloggende Lieblingshundekumpels weiterreichen soll. Also dann:

1. Wenn du die Wahl hättest: Lieber Zweibeiner oder Vierbeiner? – Bitte begründe deine Entscheidung.

Also, liebe Lotta-Filipa, das lässt sich ganz klar beantworten: Ich halte mich immer eher an die Zweibeiner. Und dabei natürlich auch nicht wahllos an irgendwelche Zweibeiner, sondern vor allem meine. Denn die haben das Futter – das ist für mich ganz wichtig -, außerdem denken sie sich immer eine schöne Bespaßung aus, fahren mich in der Gegend herum, damit ich immer unterschiedliche Wege gehen und meine bis ins kleinste Detail angelegten Geruchslandkarten ständig auf dem neusten Stand der Dinge halten kann und geben mir Schutz, wenn ich an schrecklich großen und bestimmt ganz furchtbar bösartigen Hunden vorbei muss oder mich vor schlimmen Gewitter- oder Silverstergrollen so schlimm fürchte. Und ganz ehrlich: Anderen, noch dazu fremden, Hunden gehe ich Ruhr_6sowieso lieber ganz aus dem Weg. Da weiß ich nie, was für ein Rüpel da so bei ist. Und meine Erfahrung zeigt, dass ich es bin, der einen auf den Deckel bekommt, Felix oder Ruppert oder Connor passiert das nie. Und deshalb findest Du mich bestimmt auf einer Wiese bei der Maulwurfshügelkontrolle, wenn wir uns mal auf einem Spaziergang begegnen würden. Obwohl – Mädchen mag ich eigentlich sehr, und weil ich so ein vornehm zurückhaltender Hund bin, finden die meisten Hundemädchen mich eigentlich auch sehr nett….

2. Stöckchen oder Bällchen? Käse oder Leberwurst?

Also auf jeden Fall wähle ich das Essen. Leberwurst natürlich lieber als Käse, aber Käse esse ich natürlich auch sehr gerne, wenn gerade keine Leberwurst zur Hand ist. – Hm? Felix tippt schon wieder auf meiner Schulter herum und meint, ich solle die Frage mal P1020045genau lesen, es ginge nicht um die Entscheidung spielen oder essen, da wäre wohl mal wieder mein ewiger Appetit mit mir durchgegangen. – Tatsächlich, das sind ja zwei Fragen. Also: wir spielen ja grundsätzlich mit allem, morgens meistens mit einem Ball, auf dem langen Nachmittagsspaziergang dann mit Stöcken und Tannenzapfen. Unser Mensch würde ja auch nachmittags einen Ball mitnehmen, aber wir sind ja spiel- und ball- und hüteverrückte Hunde. Du kannst Dir nicht vorstellen, was wir gemeinsam für ein Theater machen können, wenn unser Mensch einen Ball in der Tasche hat: Wir gehen den ganzen Weg rückwärts, laufen unseren Zweibeinern ständig vor die Füße, Felix bellt laut, auffordernd bis schurigelnd, wenn wir nicht SOFORT den Ball ins Maul bekommen. Dafür lassen wir die Bälle dann aber auch gerne mal irgendwo liegen – und dann gehen wir alle rückwärts auf der Suche nach dem Ball. Ich glaube, das nervt unsere Menschen, deshalb lassen sie nachmittags meistens den Ball zu Hause. Und was die Essensfrage betrifft: ich esse alles gerne – auch das, was ich nicht essen soll -, aber am liebsten natürlich Leberwurst!

3. Würdest du das Geheimnis um das ultimative Rezept für Hundekekse hier öffentlich lüften?

Eis_8Weil ich ja so zum Hüftspeck neige, gibt es kaum Naschereien zwischendurch, schon gar keine selbstgemachten. Aber ich esse natürlich alle Arten von Hundekeksen sehr gerne, da bin ich nicht so wählerisch, Hauptsache es gibt überhaut welche.

4. Was hältst du von Hundekumpels, die tolle Tricks drauf haben?

Tricks sind mir eigentlich egal. Die beeindrucken mich nicht und nerven mich auch nicht – ich bin ja meistens sowieso buddeln oder Maulwürfe kontrollieren, wenn wir andere Hunde treffen. (Psst… Felix ist gerade mal weg: Ich finde schlaue Hunde, die immer damit angeben, was sie nicht alles können und wie toll sie doch für Ordnung sorgen, ziemlich nervig. Die, die immer alles können, verlorene Handschuhe wiederfinden, jeden Ball stundenlang suchen, P1020193Leinen mitbringen oder den Menschen den Ausgehfrack (unser Wort für unser Geschirr)  vor die Füße werfen, wenn sie rauswollen, die, die immer alles ganz wissbegierig lernen wollen und sogar bei den Menschen über den Rücken springen, um an den Ball zu kommen, die finde ich eigentlich… ganz ehrlich?… wie die Streber, die mit ihren schlauen Brillen in der Schule immer in der ersten Reihe sitzen und nach jeder Stunde mit einer weltbewegenden Anmerkung zum Lehrer laufen … Felix kommt wieder, psst, nichts verraten).

5. Was tust du, um dein Herrchen aus der Reserve zu locken?P1050185

Nichts, das macht bei uns Felix! … Der tippt mir schon wieder auf die Schulter. Ich soll schreiben, dass ich so lange die Schublade mit den Kaustangen anschauen kann, bis unseren Menschen auffällt, dass wir heute ja noch gar keine hatten. Das stimmt.

6. Wie stehst Du dazu, dass Dein Halter über Dich bloggt?

Das ist bei uns ja anders, das machen ja nicht die Menschen, das machen wir ja selber. Aber die Menschen haben uns auf die Idee gebracht. Weil ich nämlich, wenn ich nicht buddele oder Maulwürfe kontrolliere oder spiele, immer zwischen den Menschen gehe und ihren Gesprächen lausche, haben die immer über mich gelacht und gemeint, ich würde abends bestimmt ihre Themen „im Internet“ veröffentlichen. So entstand die Idee. Ruppert hat sich bereit erklärt, seinem Frauchen doch etwas genauer über die Schulter zu schauen, um sich die notwendigen wordpress-Kenntnisse anzueignen und dann ging es vor nun schon über zwei Jahren los.

7. Ist dir im real life schon einmal ein Hundekumpel begegnet, den du in der Virtualität kennengelernt hast?

Ja, vor kurzem haben wir uns – sogar über Facebook, obwohl wir da eigentlich nicht aktiv fb_sp_2sind, sondern nur mal ab und zu mitlesen –  mit Chica und Findus verabredet. Auf unserer freitäglichen Lieblingsrunde mit schwimmen (nur im Sommer, sonst droht Lungenentzündung), spielen und Käsekuchen (dann sind auch die Menschen glücklich und zufrieden J). Und ich Schussel habe gar nicht mitgekriegt, dass Chica ein Mädchen ist, das hat Conner mir erst später verraten, ich bin ja die ganze Zeit — Du ahnst es schon.

8. Hast du schon einmal versucht, deinen Menschen zu erklären, wie dein Vomeronasalorgan funktioniert?

Ehrlich gesagt, liebe Lotta-Filipa (bist Du etwa auch so ein Schlauberger-Streber?) habe ich bis gerade überhaupt nicht gewusst, dass ich so etwas habe. Ich hätte auch, vor meiner Wikipedia-Lektüre, weit von mit gewiesen, so etwas Unanständiges überhaupt mit mir zu führen. Und für lange Erklärungen fehlt mir sowieso der Wortschatz, ich habe ja einen Migrationshintergrund. Ich bin ja mehr der Befürworter der nonverbalen Kommunikation, aber nur, wenn es ums Essen geht, und die funktioniert weltweit, sogar bei Kindern!

9. Wenn die Hundesteuer an ihren eigentlichen Zweck gebunden wäre, wofür würdest du das viele Geld ausgeben?

Für Essen natürlich. Ich würde mir ein super leckeres Hundebuffet beim Barf-Laden meines Vertrauens bestellen, nur Lamm und Pferd und Blättermagen in ganzen Stücken.

10. Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist. Wie siehst du das?

P1080735cIch glaube schon, dass wir die besten Freunde unserer Menschen sind. Also, vielleicht können sie mit uns nicht so ausführlich über ihre Sorgen reden – wir können nicht so gut zuhören, dafür aber können wir sie eigentlich sehrt gut aufmuntern -, sie können auch keine philosophischen oder gesellschaftspolitischen Diskurse mit uns führen, die Tagespolitik interessiert uns nicht, zum Lesen fehlt uns meistens die Zeit und bei Literaturzirkeln interessiere ich mich auch mehr für das, was auf dem Tisch steht. Dafür sind wir aber sehr empathisch und wissen genau, was unsere Menschen gerade brauchen. Als sich nämlich Claudia beim Spaziergang so richtig schön die Bänder gedehnt hat, weil sie auf einem Herbstblatt ausgerutscht oder umgeknickt ist, auf dem Boden lag und vor Schmerzen die Sterne hat kreisen sehen – da hat Felix ihr, wohl zur P1080713Aufmunterung, einen Stock auf den Bauch geschmissen und sie mit dem schönsten Spielgesicht angeschaut… Ich bin dann mal buddeln gegangen.  Also, ich finde schon, dass wir ganz gute Freunde sind und zusammen immer wieder durch dick und dünn gehen – im Moment ja meistens Matsch.

11. Und umgekehrt? Wird dann ein Schuh daraus: Ist der Mensch des Hundes bester Freund?

P1030371Da muss ich jetzt mal ganz ernst werden. Da kommt es nämlich auf den Menschen an. Meine Menschen sind auf jeden Fall meine besten Freunde, denn sie sorgen gut für mich und achten auch noch darauf, dass ich Spaß habe und Hund sein darf. Aber es sind ja nicht alle Menschen so. Ich stamme ja ursprünglich aus Irland und da hat man mich einfach so weggegeben, weil mich meine Menschen da nicht gebrauchen  konnten. Ich lerne ja  nicht so gerne, gehe ja lieber buddeln und habe wohl nie richtig rechts und links gelernt, um Schafe hüten zu können. Und da haben mich die Menschen einfach weggebracht, in so ein Haus, in dem schon andere Hunde waren. Und wäre ich da nicht innerhalb von ein paar Tagen wieder abgeholt worden, um nach Deutschland auswandern zu können, dann wäre ich da getötet worden. Jetzt habe ich es also ganz gut getroffen, aber es sind nicht alle Menschen gut zu Hunden. Aber es stimmt schon, meine Menschen sind jetzt schon meine Freunde und dazu zählen sicherlich auch noch Petra und Micha und Sabine. Auf die kann ich mich jedenfalls richtig gut verlassen

 

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