Schöne Worte: Oblomowieren

Wir haben ein schönes neues Wort in unseren Familiensprachgebrauch eingeführt: Oblomowieren. Das ist erst einmal ein komisches Wort und es hat eine tolle Geschichte. Ich erzähle zuerst die Geschichte:

Claudia hatte mich gebeten, ein Buch auf ihrem grauen Sofa zu besprechen, das von „Nurejews Hund“ handelt. Es ist eine kleine von Elke Heidenreich geschrieben Geschichte über einen ziemlich hässlichen, leidlich dicken Hund, Obmolow, der sich ausgerechnet den tollen Tänzen Nurejew als Herrchen aussucht. Nun darf er auf einem wunderbaren Brokatkissen liegend den Tanzproben zuschauen und findet es klasse, wie sich die Tänzer zur Musik bewegen und welche merkwürdigen Tanzfiguren es gibt. Davon ist Oblomow in der Tiefe seiner Seele so angetan, dass er Jahre später, sein Herrchen lebt schon nicht mehr, in schlaflosen Nächten auf dem Balkon, das Geländer als Tanzstange nutzend, die ersten zierlichen Tanzschritte erprobt.

Naja, ich habe in meiner Besprechung kein Hehl daraus gemacht, dass ich die Geschichte ziemlich unglaubwürdig fand: kein Hund will solche merkwürdigen Bewegungen machen, mit denen sich schon die Zweibeiner sehr plagen müssen. Ich bekam mindestens hunderte von begeisterten Zuschriften zu meinem kleinen Beitrag (das ist ein bisschen übetrieben, aber nur ein bisschen :-)). Und es stellte sich heraus, dass ich in einem literarisch sehr ungebildeten Haushalt lebe, denn, so schrieben meine begeisterten Fans, es gebe doch die Figur des Oblomow im einem Roman und da sei er eine ziemlich faule Figur, sozusagen ein ein ganz, ganz fauler Hund.

Ah ha, ein fauler Hund mit Namen Oblomow. Und schon schwirrte der Begriff des Oblomowierens durch die Kommentare und wir fanden das alle so schön, dass wir den Begriff sofort begeistert aufgenommen haben und nun immer verwenden. Und ganz ehrlich: wir zeigen hier auf unserem Blog ja immer nur unsere Aktivitätern, ausgenommen vielleicht mal, wenn wir Euch Bilder zeigen von köstlichem Eisschlurfen,  und tun dann immer so, als ob wir den ganzen Tag wie „Hans Dampf in allen Gassen“ herumsausen. Das stimmt ja eigentlich gar nicht. Wir sind nämlich, da sind wir unseren Katzen auch sehr ähnlich, auch große Liebhaber der wunderbaren Gemütlichkeit und wir lieben es, an besonders kuscheligen Plätzen sanft hinwegzudösen und unseren wunderbaren Träumen nachzuhängen. Und das wollen wir Euch anhand der folgenden Bilder auch beweisen: Es lebe das Oblomowieren!

 

4 Gedanken zu „Schöne Worte: Oblomowieren“

  1. Lieber Felix,
    was für ein schönes Wort: oblomowieren…
    Es hört sich an, als ob Frauchen den ganzen Mund voller Marshmallows hat und dann versucht, mit irgendwas mitzuteilen.
    Eigentlich hört sich dieses Wort so gar nicht langsam an; gemütlich, träge… ja
    Witzig ist, dass Frauchen ja so eine Schlaubergerin ist und nach ‚Oblomow‘ gesucht hat und was hat sie gefunden?? Russischer Roman und der Freund, der sich um Oblomow sorgt, heißt STOLZ… Das passt doch wieder, denn das sind unsere Frauchen auf uns und somit können wir Hungejungs oblomowieren. Und somit hallt der Roman auch in die Jetzt-Zeit weiter.
    Und morgen schreibe ich mich in den Studiengang Philosophie ein…
    Schönen oblomowen 3.Advent
    Wuff, wuff Rupi

  2. Hallo Ruppert,
    ich lese nur etwas von Philosophie studieren? Ich bin dabei. Wollen wir uns zusammen anmelden? Man muss doch nicht in einer Tonne leben, es reicht doch, seinen Gedanken auf dem Sessel nachzuhängen, oder? Und schlaue Menschen haben wir wirklich, und so müde…
    Risenschleck, Linus

    1. Liebe Dina,
      ich wünsche Dir ganz viel Vergnügen mit Oblomow – und natürlich auch ganz schöne Feiertage. Ich beschaue mir ja gerne die Bilder auf Deinem Blog, die Du von Hunden gemacht hast und bin ganz neugierig, ob Ihr wohl auch mit einem Hund zusammenlebt.
      Riesenschleck, Felix

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