Mirakel der Woche: Lebensdauer von Quietschies

Quietschies_2Nun sind ja erst einmal die Hundstage mit ihrer Affenhitze vorbei, die Pfoten schwellen gerade wieder auf Normalmaß zurück, die Zunge hängt im Körbchen nicht mehr klöngelig herum, sondern findet wieder bequem im Maul Platz und der Schwamm im Kopf hat sich auch zurückgebildet und lässt den Synapsen wieder den Raum, um ihren normalen Aufgaben nachzukommen: nämlich nachzudenken. Und da fällt mir ein Thema ein, das mir schon länger schlechte Laune bereitet: die Lebensdauer von Spielzeugen, die lustige Geräusche von sich geben und quietschen!

Kennt Ihr das auch: da haben Eure Menschen neues Spielzeug für Euch besorgt, z.B. weil Ihr Geburtstag habt, niedlich ausseht, gerne mal etwas Neues ausprobiert oder weil Euer Mensch (das ist ja der häufigste Grund) Euer altes Spielzeug in einen Baum oder ein stark fließendes Gewässer gepfeffert hat und es nun weg ist oder Ihr das Spielzeug beim Spaziergang verlegt habt und es beim besten Willen nicht wiederfindet. Und weil Euer Mensch Euch ganz besonders viel Spielspaß bereiten möchte (und seine Nerven ein bisschen trainieren), hat er gleich einen Ball oder ein anderes Objekt für Euch ausgesucht, das quietscht.

Ich mag die ja ganz besonders gerne. Da gibt es kein Halten mehr, wenn ich so ein Spielzeug habe. Dann hat auch Felix keine Chance mehr, an das quietschende Ding heranzukommen. Schön ist es übrigens auch, wenn die Nachbarkinder Spielzeuge mit ähnlichen Geräuschen haben, nicht nur, weil meine Menschen ihre Nerven dann viel länger trainieren können, sondern auch, weil ich dann so viel Spaß daran habe, mit den Nachbarkindern zu spielen…

Nun ja, wir haben also auch quietschendes Spielzeug und sind immer ganz begeistert, wenn es etwas Neues gibt. Nur leider, leider ist in die meisten quietschenden Bälle offensichtlich eine Lebensdauer eingebaut, die deutlich, aber sehr deutlich unter der einer Tagesfliege liegt. Schon beim ersten Spiel und Spaß drückt sich entweder der Qietsch-Mechanismus in den Ball herein, obwohl wir wirklich nur spielen und gar nicht darauf herumkauen – darauf achtet unser Mensch ganz autoritär – sodass wir nach der ersten halben Stunde nur noch einen ganz normalen, dafür aber völlig langweiligen Ball haben, oder – noch schöner – das eingebaute Glöckchen fällt einfach mal durch die Öffnung aus dem Ball heraus und verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen, übrigens auch nach höchstens einer halben Stunde.

Muss das denn so sein? Bei dem Kinderspielzeug scheint es eine wesentlich bessere Verarbeitung und längere Lebensdauer zu geben, denn aus den Nachbargärten quietscht es ohne Unterlass. Warum ist das Hundespielzeug nicht genauso haltbar? Warum zwingt die Hundespielzeugindustrie unsere Menschen dazu, immer mehr und länger arbeiten zu müssen, um uns mit neuem Qietschspielzeug erfreuen zu können? Dabei nimmt doch dann die Zeit ab, die wir mit unseren Menschen zusammen verbringen können. Und die Umwelt: ständig muss jemand in der Gegend herumfahren und neues Spielzeug besorgen. Das ist doch nicht ressourcenschonend (denkt nur an die Erderwärmung und die gerade zurückliegenden Hundstage) und kostet auch wieder Geld, das durch längere Arbeitszeiten erst verdient werden muss.

Also: Wir fordern haltbare Quietschbälle, damit wir und unsere Menschen ein gutes und zufriedenes Leben haben – auch wenn das Wirtschaftswachstum dadurch nicht so schön zunimmt. (Ihr seht: ich habe das neue Buch von Robert und Edward Skidelsky „Wie viel ist genug?“ gelesen und konnte es sofort praktisch auf mein Leben beziehen.)

 

Ein Gedanke zu „Mirakel der Woche: Lebensdauer von Quietschies“

  1. Deine Forderung wird mein Frauchen nicht unterschreiben: quietschende Etwas zum Spielen machen sie bekloppt …. und mich auch. Da bevorzuge ich doch unsere Igel…
    Habe ich schon berichtet, dass ich meinen Igel mit Rasmus getauscht habe? (Anm. für Nichtwisser: Rassi und ich haben beide eine Igel, aber Rasmus hat immer wieder meinen auf Spaziergängen geklaut und wollte ihn gar nicht mehr hergeben) Da habe unsere Frauchen das Experiment gewagt und …. es klappt: er steckt sich zwar „seinen“ iel mal zum probieren ins Maul, spuckt ihn aber sofort wieder aus und nimmt mit einem zufriedenen Grinsen „meinen“ auf undtrabt gut gelaunt von dannen…
    … und das alles OHNE quietschen….
    Wuff, wuff Ruppert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.