(Un-)Schöne Wörter: Affenhitze – oder auch: Bullenhitze

Felix_bloggtNun ist es ja gerade mal ein bisschen angenehmer geworden und ich kann wieder besser nachdenken, recherchieren und schreiben. Während der Affenhitze habe ich ja nur faul herumgelegen und war völlig undönig (auch ein schönes Wort), weil ich mich bewegen wollte, aber gar nicht konnte. Und da bin ich auch schon beim Thema: Woher kommt wohl das Wort „Affenhitze“? Ich finde, es ist wirklich ein schönes Wort, jeder weiß sofort, dass es ganz besonders heiß ist, wenn man es nennt. Der „Affe“ scheint eine Steigerung zu „Hitze“ zu sein. Ähnlich ist es wohl auch mit dem Wort „Bullenhitze“, das ich auch schon mal gehört habe. Auch hier dient das Tier, ein großes, imposantes noch dazu, ganz klar der Steigerung der Hitze.

Aber, ich habe recherchiert und herausgefunden, woher das Wort Affenhitze stammt. Es gibt da wohl eine ganz reale Geschichte zu. Und zwar schient das Wort Ende des 19. Jahrhunderts im Berliner Zoo aufgekommen zu sein. Dort wurde es im Affenhaus immer so schnell sehr warm, so dass der Begriff „Hitze wie im Affenhaus“ auch außerhalb des Zoos genutzt wurde. Und daraus hat sich dann die „Affenhitze“ verselbstständigt und ist durch ganz Deutschland gewandert. Leider gibt es keine ähnlich schöne Geschichte zur Bullenhitze. Übrigens könnt ihr ganz lustige Bilder anschauen, wenn ihr den Begriff „Affenhitze“ bei den Bildern googelt. Selbst Linus musste grinsen.

Wahrscheinlich kommt ja Ende der Woche die nächste Affenhitze. Dafür haben wir uns mal ein paar Ratschläge überlegt, wie Hunde sich gut schützen können:

  1. Gehe nie draußen in der prallen Sonne herum, sondern nehme immer eine Wolke, gerne auch eine Regenwolke mit, unter der es sich viel besser aushalten lässt.
  2. Bleibe stets in der Nähe eines stehenden oder fließenden Gewässers, damit Du Dir mindestens die Pfoten nass machen kannst, am besten aber den ganzen Körper – am besten solange, bis es zu den schon beschriebenen blauen Lippen kommt.
  3. Am besten führst Du auch stets ein mittelgroßes altes Schneefeld mit dir, dann kannst Du Dich zur Not darauf wälzen und Dich so von außen abkühlen; Du kannst aber auch immer etwas vom Schnee essen und sorgst dann für innere Abkühlung.
  4. Wenn nichts davon zur Hand ist, dann wälze Dich ausführlich in einem frischen Kuhfladen, denn der bleibt lange frisch und feucht auf der Haut und sorgt so für eine langanhaltende gleichmäßige Kühlung.
  5. Da einiges von den Vorschlägen nicht immer funktioniert, haben sich die Menschen eine besonders bescheuerte Lösung einfallen lassen. Erst haben sie ewig im Internet herumgesucht und tatsächlich einen „Kühlmantel“ gefunden. Bei der Familienkonferenz, ob ein solches Teil angeschafft werden soll, haben wir deutlich interveniert: Welcher Hund läuft denn schon im Sommer mit einem Mantel herum? Das ist ja schon im Winter eine Zumutung! Also haben die Menschen Abstand genommen und wir waren erst einmal ganz froh – wir haben ja die Hitzevarianten 1-4 parat. Aber, die Menschen haben nicht nachgelassen in ihrem Bemühen um Kühlung und bei der schlimmsten Hitze, als wir ganz doll hechelnd überhaupt gar keinen kühlen Platz mehr gefunden haben, da haben sie ihre T-Shirts nass gemacht, ausgewrungen und uns angezogen. Schön kühl war es ja, wir konnten uns sofort entspannt ins Körbchen legen. Aber wie das aussah! Wir stolzen Hunde im roten T-Shirt! Und dann noch mit einem Knoten an der Seite, weil sie uns zu weit sind. Wir haben uns geweigert, aufgenommen zu werden, ein Bild hier im Blog wäre uns wirklich zu peinlich! DAS IST DOCH NICHT HUNDEGERECHT! Steht aber als Tipp in der Süddeutschen-Zeitung. Na dann doch lieber den Kuhfladen.

3 Gedanken zu „(Un-)Schöne Wörter: Affenhitze – oder auch: Bullenhitze“

  1. Habe es heute auf dem Rentnerweg versucht, aber die Gülle war durch diese Hitze so fest, die blieb gar nicht im Fell kleben. So’n Mist – wie doppeldeutig 😉
    Wuff, wuff Rupi

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