Schöne Worte: Schurigeln

Während ich hier im Sessel liege und mich von den sehr anstrengenden letzten Tagen erhole, fällt mir doch wieder ein SCHÖNES WORT ein, über das ich nachdenken muss, weil ich gar nicht verstehe, warum meine Menschen sich darüber immer kringelig lachen müssen.  Es ist das Wort SCHURIGELN.

Das kam ja so in die Welt: mein Herrchen ging mit uns spazieren und erzählte zu Hause, dass Felix doch ständig jüngere Hunde, wenn sie ihm auf die Nerven gehen und nicht den gebührenden Respekt vor seinem Alter und überhaupt seiner allumfassenden Weisheit zeigen, schurigeln müsse. — Kurze Pause und dann prustete es quer durchs Zimmer. „Schurigeln!“, lachte sie sich mein Frauchen kaputt, „wie kommst du denn auf das Wort?“

Jedenfalls scheint das Wort so toll zu sein, dass es nun alle benutzen, meine Menschen und Petra natürlich auch. Ich kannte es ja bisher noch nicht,vielleicht, weil ich meine Kindheit ja in Irland verbracht habe, ich wusste nicht einmal, wie man es schreibt. Peinlich, wie lange ich gebraucht habe, um es zu googeln. Alle möglichen Schreibweisen habe ich ausprobiert, mich gefragt, ob ein Schuh darin steckt oder der Riegel (so im Sinne von: einen Riegeln vorschieben) hat aberalles nicht funktioniert. Bis ich dann alle Dehnungszeichen wegeglassen habe, da bin ich gleich in Grimms Wörterbuch fündig geworden (was es heute nicht alles im Internet gibt, mein Frauchen erzählte mir, dass es Grimms Wörterbuch früher nur in Bibliotheken gegeben habe, denn es bestehe aus ganz vielen Bänden und sei so teuer gewesen, dass es sich niemand n ur so für zu Hause leisten konte). Jedenfalls steht in diesem schlauen Wörterbuch folgende Erklärung für das schöne Wort:

schurigeln, verb.plagen, scheren, besonders einen ohne grund und zweck, nur zum vergnügen quälen, auch einen mit arbeiten placken oder einen schulmeistern. ein wort der niedern sprache, besonders Mittel- und Niederdeutschlands, hervorgegangen aus schürgeln, schur(i)geln (s. das.), indem der anfangs willkürliche einschubvocal allmählich zum festen, langgesprochenen vocale wurde. dasz dabei volksetymologische anlehnung mit im spiele war, zeigt die häufige schreibung schuhriegeln (daneben auch schuhringeln),(…)

Bis ins 17. Jahrhundert gehe das Wort zurück und es könne – haha, habe ich ja doch recht gehabt!!! – auch mit Dehnungszeichen geschrieben werden.

So, nun weiß ich also, dass Felix die jüngeren Hunde, wenn er sie schurigelt, plagt oder gar zum Vergnügen quält. Aber so wie ich Felix kenne, will er sie vor allem schulmeistern (liegt ja irgendwei ind er Familie). Und das sieht dann exemplarisch bei dem mindestens doppelt so schweren Snoop, dem Felix mal kurz zeigen musste, wo der Hammer hängt, so aus:

 

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